Staat des Terrors. Lügen, Folter und Mord: Der Fall „Netzwerk“ und die Mechanik der Unterdrückung Andersdenkender unter Putin

Yegor Skovoroda

Im Januar 2018 wartete Viktor Filinkov, ein junger Softwareentwickler mit linken Ansichten, am Flughafen Pulkowo in St. Petersburg auf seinen Flug, als er von mehreren FSB-Beamten angesprochen und festgenommen wurde. Man setzte ihn in einen Kleinbus ohne Kennzeichnung und schlug und folterte ihn dann stundenlang mit Elektroschockern. Die Beamten wollten, dass er gestand, Teil des „Netzwerks“ zu sein, einer nicht existierenden anarchistischen Terrororganisation, die der FSB erfunden hatte. Filinkov hielt den Schmerz nicht aus und unterschrieb alles. Danach ging er mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit.

In Putins Russland sind die Strafverfolgungs- und die Justizbehörden zu Hütern des Regimes geworden. Geht es um angebliche politische Verbrechen, dienen der FSB, die Polizei, das Ermittlungskomitee, die Staatsanwaltschaft, die Richter und andere Behörden und Personen nicht dem Gesetz, sondern befolgen die Befehle der Machthaber. Dieses System beruht auf Angst, Lüge und Korruption und wirkt auf jeder Stufe des Weges eines Menschen durch Haft, Prozess und Gefängnis. Der FSB fälscht Fälle nach Belieben. Folter ist weit verbreitet. Anwälten wird der Zugang zu ihren Mandanten verweigert. Angehörige und Sympathisanten werden eingeschüchtert. Belastungszeugen und Sachverständige lügen unter Eid und erfinden Anklagepunkte. Richter fällen genau das Urteil, das die Anklage verlangt. Und so weiter.

Dieses Buch nutzt die Vorlage des „Netzwerks“, eines der aufsehenerregendsten politischen Fälle Russlands der letzten Jahre, um zu zeigen, wie dieses von Putins Staat errichtete System funktioniert. Über mehrere Städte und viele Angeklagte verteilt, hatte der Fall „Netzwerk“ alles: die Folter, die Fälschungen, sogar einen Doppelmord. Er erlaubt dem Autor, die Mechanik der russischen politischen Repression in einer lebendigen und fesselnden Erzählung darzustellen – und ein komplexes, widersprüchliches Bild der Herausforderungen und Risiken politischen Aktivismus in Putins Land zu zeichnen.

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GENRE

Sachbuch, True Crime, Recherche, politische Geschichte

STATUS

Vollständiger Text wird im Herbst 2025 geliefert

LESEPROBEN

Leseprobe ab August 2025 verfügbar

RECHTE

Verfügbar für alle Sprachen

AUTOR

Seit mehr als 15 Jahren schreibt Yegor Skovoroda über die Ungerechtigkeiten des russischen Rechtssystems, die vom Putin-Regime betriebene politische Repression und die Schicksale russischer Aktivisten, die es wagen, dem Kreml die Stirn zu bieten. 2014 wurde er Gründungsmitglied von Mediazona, einem unabhängigen Nachrichtenmedium mit Schwerpunkt auf dem Justiz-, Strafverfolgungs- und Strafvollzugssystem Russlands. Als Reporter und Redakteur verfolgte er Dutzende Prozesse, vom Mord an Boris Nemzow bis zu den Verfahren gegen rechtsextreme Militante.

Skovoroda gewann dreimal den Redkollegia-Preis, die angesehenste Auszeichnung des unabhängigen russischen Journalismus. 2019 war er Fellow am Prague Civic Society Center; im Ergebnis dieses Stipendiums veröffentlichte er „Dialoge eines Mörders“, ein Buch, das die Charaktere zweier rechtsextremer Mörder anhand der Mitschriften ihrer privaten Gespräche untersucht. 2021 wurde seine Reportage über die gewaltsame Niederschlagung von Protesten in Belarus mit dem Investigative Reporting Award des European Press Prize ausgezeichnet.